Konsumbarometer März 2018

Das Wesentliche im Überblick:

Icon-Konsumbarometer 03/2018

  1. Das Icon-Konsumbarometer von Kantar Added Value für Deutschland erreicht im März 2018 einen Index-Wert von 106 Punkten (-1 ggü. Februar). Damit notiert das Icon-Konsumbarometer sechs Punkte über dem Vorjahreswert.
  2. Im Durchschnitt der EU-Mitgliedsstaaten ist die Verbraucherstimmung mit 100 Punkten weiterhin stabil. (±0 ggü. Februar).
  3. Die Lage der deutschen Wirtschaft wird von den Bürgern mit Blick auf die kommenden zwölf Monate im März weniger optimistisch eingeschätzt. Der entsprechende Index-Wert erreicht 107 Punkte (-2 ggü. Februar). Die Bewertung der eigenen zukünftigen finanziellen Situation bleibt unverändert und notiert bei 106 Punkte (±0 ggü. Februar).
  4. Während sich die Anschaffungsneigung mit 82 Punkten im März stabil entwickelt (-1 ggü. Februar), sinkt die Sparneigung auf einen Index-Wert von 110 Punkten (-2 ggü. Februar). Die Angst vor Arbeitslosigkeit ist weiter rückläufig und erreicht einen Index-Wert von 98 Punkten (-4 ggü. Februar).

Stabiler Arbeitsmarkt stützt Optimismus der Bürger im Konsumbarometer

Der März stand ganz im Zeichen der Politik, insbesondere der Zukunft einiger wichtiger Regierungen. Wladimir Putin wurde in Russland wiedergewählt, in China ermöglicht eine Verfassungsänderung Xi Jinping eine unbegrenzte Amtszeit und bei den italienischen Parlamentswahlen triumphierte die europaskeptische Partei „MoVimento 5 Stelle“. Auch Deutschland hat nach einer fast sechsmonatigen Hängepartie eine neue Regierung, nachdem die SPD-Basis einer großen Koalition zustimmt und Angela Merkel ihre vierte Amtszeit ermöglicht. Das Icon-Konsumbarometer entwickelt sich infolgedessen stabil und steht bei einem Index-Wert von 106 Punkten (-1 ggü. Februar), was einem Plus von 6 Punkten im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Die Deutschen schätzen die zukünftige wirtschaftliche Lage etwas weniger optimistisch ein als noch im Februar. Der Index-Wert hierfür sinkt auf 107 Punkte (-2 ggü. Februar). Die Einschätzung der eigenen finanziellen Lage bleibt hingegen unverändert bei 106 Punkten, während die Angst vor Arbeitslosigkeit mit 98 Punkten sogar den ersten zweistelligen Wert seit Juni 2017 erreicht (-4 ggü. Februar). Die Anschaffungsneigung bleibt stabil bei 82 Punkten (-1 ggü. Februar), während sich bei der Sparneigung der Abwärtstrend aus dem Februar weiter fortführt. Der entsprechende Index sinkt auf 110 Punkte, was 3 Punkten weniger als im Vormonat entspricht.

Trumps Drohung beeinflusst Verbraucherstimmung

Die für die deutsche Wirtschaft besorgniserregendste Meldung des Märzes ist sicherlich die Drohung Donald Trumps, Strafzölle auf Stahl und Aluminium zu erheben. Als Reaktion kündigten sowohl die EU als auch China an, den Strafzöllen mit ähnlichen Gegenmaßnahmen zu begegnen, indem bestimmte US-Produkte höher besteuert würden. Gegen Ende des Monats setzte der US-Präsident seine Ankündigungen zumindest teilweise um. Die verabschiedeten Zölle treffen nun nur China und nicht die EU, die Gefahr eines Handelskrieges ist jedoch nach wie vor präsent.

Nichtsdestotrotz bleibt das Icon-Konsumbarometer von Kantar Added Value im EU-Durchschnitt auch weiterhin stabil bei 100 Punkten (±0 ggü. Februar). Die erhöhte Unsicherheit im Zuge der politischen Geschehnisse des März zeigt sich jedoch bei einer Betrachtung der einzelnen Länder. Im Gegensatz zum Februar, als sich die Verbraucherstimmung noch in vielen Staaten verbesserte, hat sich der Index in 13 Ländern verschlechtert.

Demgegenüber stieg der Index nur in 7 Staaten, worunter sich mit Großbritannien (+1 ggü. Februar) und Frankreich (+1 ggü. Februar) jedoch auch zwei der großen europäischen Volkswirtschaften befinden. Während in Italien die Entwicklung auch nach der Wahl zunächst stabil bleibt (Index-Wert: 94, ±0 ggü. Februar) sinkt der Index in Spanien um 3 Punkte auf 97, den niedrigsten Wert seit über einem Jahr (Februar 2017). Malta ist nun erstmalig die alleinige Nummer 1 im europäischen Vergleich, verliert jedoch ebenso wie Finnland auf Platz 2 (125, -2 ggü. Februar) etwas und steht nun bei 126 Punkten (-1 ggü. Februar). Weiterhin stabil zeigen sich die Niederlande auf Platz 3 mit 119 Punkten (±0 ggü. Februar). Den größten Anstieg in der Verbraucherstimmung kann im März Estland verzeichnen, dessen Index-Wert um 5 Punkte auf 99 steigt. Am meisten verlieren im März mit 3 Punkten neben Spanien auch Kroatien (Index-Wert: 88) und Zypern, welches nach seinem Hoch im Februar wieder auf 102 Punkte sinkt.

Hintergrund der Index-Werte

Der im Konsumbarometer dargestellten Konsumentenstimmung liegen von der EU-Kommission in Brüssel in Auftrag gegebene monatliche Befragungen bei 2.000 Verbrauchern bundesweit zugrunde. Regelmäßig werden dabei in allen EU-Ländern unter anderem die Einschätzung und Erwartung der gesamtwirtschaftlichen Lage, die Einschätzung und Erwartung der finanziellen Situation des eigenen Haushalts sowie die Anschaffungsbereitschaft der Konsumenten für langlebige Gebrauchsgüter untersucht. In den Index-Wert für das Icon-Konsumbarometer fließen die Einschätzung der Verbraucher zur eigenen finanziellen Situation der Haushalte, zur gesamtwirtschaftlichen Lage sowie zur Arbeitsmarktentwicklung und zu den eigenen Sparmöglichkeiten jeweils mit Blick auf die nächsten zwölf Monate ein. Ein Index-Wert von 100 stellt dabei das Gleichgewicht zwischen optimistischen und pessimistischen Einschätzungen der Verbraucher dar. Bei einem Index-Wert von über 100 überwiegen somit die Optimisten, bei einem Index-Wert von unter 100 dagegen die Pessimisten.

Weitere Konsumbarometer vorheriger Zeiträume finden Sie in unserer News-Übersicht:
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