Konsumbarometer Juli 2017

Verbraucherstimmung von Stabilität geprägt

Das Wesentliche im Überblick:

  1. Im Juli entwickelt sich das Icon-Konsumbarometer von Kantar für Deutschland stabil und erreicht unverändert einen Index-Wert von 105 Punkten (±0 ggü. Juni). Damit notiert das Icon-Konsumbarometer weiterhin sieben Punkte über dem Vorjahreswert.
  2. Auch im Durchschnitt der EU-Mitgliedsstaaten bleibt die Verbraucherstimmung auf Niveau des Vormonats. Das Konsumbarometer erreicht im Juli 2017 wiederholt 98 Punkte (±0 ggü. Juni).
  3. Die Lage der deutschen Wirtschaft wird von den Bürgern im Juli nochmals besser eingeschätzt. Der entsprechende Index-Wert erreicht 104 Punkte (+3 ggü. Juni). Die Bewertung der eigenen finanzielle Situation bleibt stabil und erreicht 107 Punkte (+1 ggü. Juni).
  4. Dagegen sinkt die Sparneigung im Juli um zwei auf nun 111 Punkte. Die Anschaffungsneigung entwickelt sich stabil und erreicht einen Index-Wert von 82 Punkten (-1 ggü. Juni). Auch die Angst vor Arbeitslosigkeit bleibt stabil und erreicht 100 Punkte (+1 ggü. Juni).

Das dritte Quartal 2017 begann im Juli mit einem politischen und wirtschaftlichen Großereignis. So wurde am 7. und 8. Juli der G20-Gipfel in Hamburg ausgetragen, wobei sich die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer getroffen haben, um über Themen wie Handel und Klima zu diskutieren. Allerdings hat wohl niemand damit gerechnet, dass das Treffen von derartig massiven, gewalttätigen Ausschreitungen überschattet wird. Hundertschaften aus ganz Deutschland wurden alarmiert und gingen unter dem Schutz von Wasserwerfern und Spezialeinheiten gegen rund 1.500 militante Autonome vor. Hamburg lag im Ausnahmezustand, die Stimmung aggressiv und angespannt. Glücklicherweise hat sich die Lage nach dem G20-Gipfel schnell wieder beruhigt, sodass dieser keine größeren Auswirkungen auf die gute Stimmungslage der Bürger in Deutschland hatte.

So entwickelt sich das Icon-Konsumbarometer von Kantar im Juli 2017 überwiegend stabil und erreicht unverändert 105 Punkte. Damit notiert der Index-Wert sieben Punkte über dem Vorjahreswert. Der ifo-Geschäftsklimaindex steigt dagegen im Juli von 115,2 auf 116,0 Punkte und damit auf den dritten Rekordwert in Folge. Laut Pressemitteilung des ifo Instituts waren die Unternehmen seit der Wiedervereinigung noch nie zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Auch die Bürger trauen der Schlagkraft der deutschen Wirtschaft für die kommenden zwölf Monate noch mehr zu. Der Index-Wert erreicht im Juli mit 104 Punkten (+3 ggü. Juni) den Höchstwert seit Juli 2014. Die eigene finanzielle Lage für die kommenden zwölf Monate wird von den Bürgern weiterhin stabil eingeschätzt. Der Index-Wert liegt im Juli bei 107 Punkten (+1 ggü. Juni). Auch die Angst vor Arbeitslosigkeit entwickelt sich stabil und erreicht 100 Punkte (+1 ggü. Juni). Nachdem die Sparneigung im Juni um vier Punkte gegenüber dem Vormonat gestiegen ist, und damit einen Höchstwert seit Oktober 2001 erreicht hat, ist der entsprechende Index-Wert wieder leicht gesunken und erreicht im Juli 111 Punkte (-2 ggü. Juni). Die Trendwende im Sparverhalten zu Lasten der Binnenkonjunktur wurde demnach vorerst nicht bestätigt.

Das Icon-Konsumbarometer von Kantar hat sich auch im Durchschnitt der EU-Mitgliedsstaaten im Vergleich zum Vormonat zwar stabil, aber dennoch überwiegend positiv entwickelt und erreicht unverändert 98 Punkte (±0 ggü. Juni). Während sich in sechs der 28 EU-Staaten die Verbraucherstimmung verschlechtert, hat sich diese in 12 Ländern gegenüber Juni verbessert. Dabei erreicht Finnland wieder die 125-Punkte-Marke und liegt damit acht Punkte vor Dänemark mit 117 Punkten (+2 ggü. Juni) auf Platz 1 im europäischen Vergleich. Dicht dahinter folgt die Niederlande mit 116 Punkten im Juli (+1 ggü. Juni). In Schweden und Luxemburg entwickelt sich die Verbraucherstimmung stabil, wobei beide Länder unverändert 114 Punkte erreichen (±0 ggü. Juni). Den deutlichsten Schritt in eine optimistischere Richtung geht Griechenland. Der Index-Wert steigt um enorme acht auf nun 39 Punkte. In den neben Deutschland großen Volkswirtschaften entwickelt sich die Verbraucherstimmung auch im Juli weitestgehend stabil. Während Italien unverändert 84 Punkte erreicht, legen Spanien mit 102 und Großbritannien mit 94 Punkten um einen Punkt zu. Dagegen scheint die Euphorie über Frankreichs neuen Präsidenten verflogen, weshalb der entsprechende Index-Wert gegenüber Juni fünf Punkte verliert und im Juli 96 Punkte erreicht.

Der im Konsumbarometer dargestellten Konsumentenstimmung liegen von der EU-Kommission in Brüssel in Auftrag gegebene monatliche Befragungen bei 2.000 Verbrauchern bundesweit zugrunde. Regelmäßig werden dabei in allen EU-Ländern unter anderem die Einschätzung und Erwartung der gesamtwirtschaftlichen Lage, die Einschätzung und Erwartung der finanziellen Situation des eigenen Haushalts sowie die Anschaffungsbereitschaft der Konsumenten für langlebige Gebrauchsgüter untersucht. In den Index-Wert für das Icon-Konsumbarometer fließen die Einschätzung der Verbraucher zur eigenen finanziellen Situation der Haushalte, zur gesamtwirtschaftlichen Lage sowie zur Arbeitsmarktentwicklung und zu den eigenen Sparmöglichkeiten jeweils mit Blick auf die nächsten zwölf Monate ein. Ein Index-Wert von 100 stellt dabei das Gleichgewicht zwischen optimistischen und pessimistischen Einschätzungen der Verbraucher dar. Bei einem Index-Wert von über 100 überwiegen somit die Optimisten, bei einem Index-Wert von unter 100 dagegen die Pessimisten.

Weitere Konsumbarometer vorheriger Zeiträume finden Sie in unserer News-Übersicht.

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