Brand!NEWS #6 – Digitales Marketing 2.0: Multisensorische, digitale Transformation

Willkommen im Zeitalter digitaler, sensorischer Erlebnisse

Wir leben in einer zunehmend digitalen Welt. Mehr und mehr kommunizieren, arbeiten, spielen und shoppen wir digital und nutzen digitale Hilfsmittel. Im Grunde sind die meisten unserer alltäglichen Aktivitäten von digitalen Geräten begleitet und genau das beflügelt den aktuellen digitalen Marketingtrend.

Dennoch ist es wichtig nicht zu vergessen, was wirklich von Bedeutung ist. Wenn Kunden spontan zu Marken befragt werden, reden 50% über das Produkt- oder Serviceerlebnis: Aussehen, Anfühlen, Anhören, Geruch und Geschmack. Je mehr Digitalisierung in unserer Welt Einzug hält, desto wichtiger werden reale und handfeste Erlebnisse. Es geht also um unsere sensorischen Wahrnehmungen, die Empfindungen auslösen und langfristig positive Gefühle erzeugen und schließlich unser Verhalten beeinflussen.

Sensorik ist Kauftreiber

Die Tatsache, dass sensorische Produkteigenschaften First Choice-Raten sowohl bei Kunden (+27%) als auch bei Nicht-Kunden (+66%) erhöhen, belegt diese Hypothese. Es sind daher spezifische multisensorische Erlebnisse, die den Umsatz ankurbeln. Aber nicht nur das: auch die langfristige Markenstärke wird positiv beeinflusst (+37% bei Kunden, +53% bei Nichtkunden). Trotz ihrer oft unbemerkten Wirkung formen und stärken multisensorische Erlebnisse starke und ikonische Marken.

Die Zukunft des Marketings liegt also nicht in der Digitalisierung als Selbstzweck, sondern als Mittel der Wahl, um digitale multisensorische Erlebnisse zu vermitteln und die sensorische Erlebnis-Kontaktkette zu optimieren. Nur wenn es zu einem einzigartigen Erlebnis beiträgt, kann das digitale Marketing sein volles Potenzial entfalten.

Die Entwicklung digitaler, sensorischer Erlebnisse läuft bereits

Digitale Entwicklungen bieten ungeahnte Möglichkeiten, um multisensorische Erlebnisse an verschiedenen Touchpoints zu optimieren. Ein Beispiel ist Augmented Reality (AR), das Marken ermöglicht auf unkonventionelle Weise und an ungewohnten Orten optisch präsent zu sein und so neue Perspektiven eröffnet. Apple hat unlängst eine neue ARKit Entwicklungssoftware eingeführt, die es App-Entwicklern ermöglicht mit Hilfe von Machine Learning und künstlicher Intelligenz die wahre und die erweiterte Welt miteinander zu verknüpfen. Facebook arbeitet an „AR smart glasses“, um die Möglichkeiten von AR auf der Plattform zu integrieren. Augmented Reality ermöglicht ein dreidimensionales Denken, sodass Kunden Spots nicht nur frontal vor sich sehen, sondern um sich herum wahrnehmen und Teil davon werden. Darüber hinaus ermöglicht es auch die Vorstellung von Produkterlebnissen in 3D.

Erst die Sensorik macht die Digitalisierung wirklich erlebbar

IKEA, der schwedische Möbelgigant, hat kürzlich die neue App „IKEA Place“ eingeführt. Sie hilft Kunden virtuell Räume einzurichten mit Möbelstücken und Accessoires aus dem IKEA Angebot. Somit ermöglicht sie den Kunden die Produkte direkt an ihrem Bestimmungsort zu sehen: in den Dimensionen des Raumes, vor der Wandfarbe, in Bezug zu anderen Möbelstücken und in reellen Lichtverhältnissen. Damit liefert IKEA ein großartiges Beispiel, wie digitale Technologie zum Erzeugen von realen sensorischen Produkterlebnissen beitragen kann.

Ein anderes Beispiel wie mit Hilfe von Digitalisierung die sensorische Erlebnis-Kontaktkette verbessert werden kann sind digitale Assistenten, die Marken eine Stimme verleihen. Amazon’s Echo mit der Sprachassistentin Alexa ermöglicht den Kunden eine direkte Kommunikation. Dadurch wird das Marken- und Einkaufserlebnis viel natürlicher, greifbarer und interaktiver. Durch diese Erfindung ist Amazon das neue Google für E-Commerce geworden und 55% der amerikanischen Online-Suchanfragen beginnen inzwischen auf Amazon. Dieser Service wird jetzt um eine Kamera erweitert und integriert damit visuelle Sinneserfahrungen. Echo Look, ein Freisprech-Stilberater nimmt Fotos auf, berät die Kunden auf Basis von Algorithmen und Stylisten-Meinungen in Stilfragen und schlägt Kleidungsstücke und Marken vor, die zum Look des Trägers passen. Laut aktuellen Ankündigungen will Amazon seine Sprachassistentin Alexa zusätzlich mit Smart Glasses ausrüsten, um die sensorische Erfahrung noch intuitiver und einzigartiger zu machen.

Diese Beispiele zeigen, wie Marken die digitalen Entwicklungen auf sinnvolle Art in reale Erfahrungen integrieren können, um so  multisensorische Erlebnisse an verschiedenen Touchpoints zu optimieren und dadurch den Umsatz zu erhöhen und die Markenstärke zu vergrößern.

Zusammengefasst in 3 Tweets:

  • Das Zeitalter der multisensorischen, digitalen Erlebnisse hat begonnen. Sensorische Produkt- und Serviceerlebnisse stehen im Zentrum von Brand Management.
  • Digitale Services erzeugen multisensorische Markenerlebnisse entlang verschiedener Touchpoints.
  • AR und Sprachassistenten zeigen, wie die sensorische Erlebnis-Kontaktkette mit Hilfe von Digitalisierung optimiert werden kann, um ganzheitlichere Markenerlebnisse zu vermitteln.

 

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