Kantar wird zu einer einzigen Marke

Kantar wird mit Wirkung zum 2. April sämtliche Dienstleistungen unter der einzigen, einheitlichen Marke „Kantar“ erbringen. Alle bisherigen operativen Markennamen – in Deutschland betrifft dies Kantar Added Value, Kantar Emnid, Kantar Health, Kantar Media, Kantar Millward Brown, Kantar Public, Kantar TNS sowie Lightspeed – werden in der Marke Kantar zusammengefasst. An dem Team, das Sie unterstützt oder den Dienstleistungen, die wir aktuell für Sie erbringen, wird sich nichts ändern.

Der Wandel in unserem Markenauftritt spiegelt die operativen Veränderungen wider, die bereits in unserem Unternehmen stattfinden, und wird von dem Wunsch getragen, Einfachheit, Skalierbarkeit und Wirkung für unsere Kunden zu erreichen. Diese Veränderung wird die Angebote von Kantar für unsere Kunden leichter verständlich machen und Hindernisse für eine zielgerichtete Zusammenarbeit beseitigen. Und für Kantar wird es in einer organisationsübergreifenden Zusammenarbeit einfacher, Plattformen und Angebote zu entwickeln, die auf die dringendsten Bedürfnisse unserer Kunden ausgerichtet sind.

Dem heutigen Schritt gingen bereits einige weitere Kantar-Initiativen voraus:

■  Der Launch von Kantar Marketplace, einer neuen globalen On-Demand-Plattform für automatisierte Marktforschungslösungen.

■  Kantars neue Brand Guidance-Lösungen, die auf intelligente Weise Befragungsergebnisse mit Absatz-, Media- und Verhaltensdaten verknüpfen und damit die Grundlage für die Optimierung von Marken- und Kampagnenstärke liefern.

■  Die Gründung der Kantar Analytics Practice, in der aus allen Kantar-Einheiten die analytischen Fähigkeiten vereint wurden, um Unternehmen mittels Big Data und künstlicher Intelligenz tiefere Einblicke für mehr Wachstum zu ermöglichen.

Die Vereinfachung unserer Markenstrategie ist ein subtiles, aber wichtiges Signal für unsere weitere Entwicklung und unsere Mission – wir wollen unsere Kunden inspirieren, indem wir ihnen das umfassendste Verständnis für die Menschen vermitteln, für die sie Produkte oder Dienstleistungen zur Verfügung stellen.

Wenn Sie Fragen haben wenden Sie sich jederzeit gerne an uns oder direkt an Ihren Kundenbetreuer. Selbstverständlich werden wir alles daransetzen, um die Kontinuität in den Geschäftsbeziehungen mit Ihnen in vollem Umfang zu gewährleisten.

brand!NEWS #8 – Mindset Targeting

Die direkte Verbindung zwischen Marketingstrategie und Zielgruppenaktivierung

Viele Märkte befinden sich in einem grundlegenden Veränderungsprozess. Die Nachfrage wird granularer, weil die Konsumenten mehr Vielfalt wollen als früher und weil sie immer spezifischere Wünsche haben. Viele wandern deshalb aus der Mitte der Massenmärkte in für sie interessantere Marktregionen mit passenderen Produkten und Services. Entsprechend stark differenzieren sich die verschiedenen Zielgruppen aus.

Gleichzeitig wird es schwieriger, die verschiedenen Zielgruppen effektiv anzusprechen, weil viele klassische Medien zu große Streuverluste haben und die digitalen Medien zwar die spezifische Ansprache auch kleinerer Zielgruppen versprechen, dieses Versprechen jedoch allzu oft nicht überzeugend einlösen.

Die Marketingverantwortlichen müssen also eine zunehmende Komplexität meistern: Sie müssen mehr Zielgruppen für jeweils passgenaue Produkte und Services begeistern.

Das Angebot für die neue Marketingrealität

Genau für diese Herausforderung haben wir ein Angebot entwickelt, das enorme Möglichkeiten bietet.

Kern des Angebots ist die Demand Space-Segmentierung, die Marktsegmentierung der neuen Ära. Sie bildet Nachfrageräume filigran aus den spezifischen Verwendungssituationen heraus ab, um auch das Potenzial kleinerer Wachstumsfelder genau zu bemessen, und identifiziert die Potenzial-Zielgruppen hinter den Wachstumsfeldern.

Die Zielgruppe wird also nicht nur in granulare Segmente unterteilt sondern auch nach ihrem jeweiligen Business-Potenzial priorisiert.

Voraussetzung für diese Analysen ist die Verknüpfung der Segmentierung mit Marktdaten (Absatz, Umsatz, Preis). Zudem ist die Prognose der Entwicklung der Segmente empfehlenswert. Erst das macht die Segmentierung auch zukunftsorientiert.

Normalerweise wäre jetzt das natürliche Ende des Segmentierungsprojektes erreicht: Die Potenziale wären identifiziert, die Potenzial-Zielgruppen genau beschrieben, das Portfolio optimiert und die neuen Angebote könnten entwickelt werden, um Wachstumspotenziale zu heben. Die Media-Agenturen würden diese Informationen in die klassische Mediaplanung übernehmen und die Zielgruppen meist nach Soziodemographie oder relevanten Werbeträgern bzw. deren Umfelder aussteuern. Den Menschen stehen ja ihre Bedürfnisse leider nicht auf der Stirn geschrieben.

Mit unserem neuen Angebot gehen wir nun einen entscheidenden Schritt weiter. Denn wir bieten auch eine Lösung für die Frage „wie erreiche und aktiviere ich die Potenzial-Zielgruppen 1:1 entsprechend ihrer Bedürfnisse?“.

Klassisches vs. Mindset Targeting
Klassisches vs. Mindset Targeting

Die Potenzial-Zielgruppen datenbasiert in die Media-Aktivierung übertragen

Das Einbetten der Befragungsdaten aus der Segmentierung in sogenannte Data Management Platforms, kurz DMPs, ermöglicht diesen Schritt. Eine DMP liefert die Grundlage für datenbasiertes Marketing. Sie enthält Daten aus verschiedensten Quellen wie Verhaltensdaten, beispielsweise zur Mediennutzung vor allem auch digitaler Medien, Daten zu Interessen (abgeleitet u.a. von der Mediennutzung) und persönlichen Informationen (Alter, Geschlecht, Wohnort, etc.) von Millionen Menschen. In den DMPs unserer Partner GroupM und Acxiom stecken jeweils Daten von mehr als 50 Millionen Personen in Deutschland und deren digitalen Geräten (PCs, Tablets, Smartphonses). Von diesen ist bekannt, wo sie sich einloggen und wo sie hinsurfen.

Sobald Potenzial-Zielgruppen aus der Befragung in einer DMP identifiziert wurden, können diese über ein Modeling skaliert und anschließend für die Mediaplanung genutzt bzw. über Kommunikationsmaßnahmen aktiviert werden.

Potenzial-Zielgruppen datenbasiert aktivieren
Potenzial-Zielgruppen datenbasiert aktivieren

Für die Güte der Verbindung aus Befragungsdaten und DMP-Daten sind zwei Aspekte entscheidend:

  1. Die Potenzial-Zielgruppen werden in der Segmentierungsbefragung auch über ein bestimmtes „mindset“ definiert, also die Art & Weise wie die Menschen ticken und was ihre Einstellungen und Bedürfnisse sind. Der „mindset layer“ ist essenziell.
  2. Die Potenzial-Zielgruppen werden nicht nur aus Befragungsdaten, sondern auch über Strukturkriterien der DMP bzw. Interessens-Kategorien laut Surfverhalten gebildet, damit die Befragung von vornherein mit der DMP verknüpft ist.

Von der Segmentierung zum Mindset Targeting in vier Schritten

Schritt 1: Zielgruppen segmentieren und Potenzial-Zielgruppen priorisieren

Diesen Schritt deckt die Demand Space-Segmentierung ab, sie basiert auf einer (nicht zwingend langen) Zielgruppenbefragung mit großer Stichprobe. Die Potenzial-Zielgruppen werden analytisch mit einem „mindset layer“ versehen und sind inhaltlich mit DMP-Strukturkriterien verknüpft.

Schritt 2: Matching der Befragungsdaten auf Personenebene mit DMP-Daten

Ziel des Matchings ist es, so viele Befragte der Demand Space-Segmentierung wie möglich in der DMP zu identifizieren. Das Matching erfolgt bei der GroupM mPlatform vor allem über Cookies. D.h. die Probanden müssen sich vor der Befragung dazu bereit erklären, ihre Cookies zur Nutzung und Analyse freizugeben. Mit unserem Panel-Partner Lightspeed haben wir dazu einen Standardprozess aufgesetzt, der die Anforderungen der mPlatform erfüllt. Bei Acxiom werden die Befragten über persönliche Daten (Alter, Geschlecht, Adresse) identifiziert. Diese Daten liegen als Standard für die Lightspeed-Panelisten vor und dürfen für den Daten-Match per Einwilligung verwendet werden.

Es ist nachvollziehbar, dass die Matche-Rate anhand von Cookies geringer sein wird als die auf Basis einer postalischen Information. Aber dafür bekommen wir daraus eine echte inhaltlich relevante digitale Verhaltensinformation, die wir zur Ansteuerung verwenden können. Beim Acxiom-Modell steht dagegen das räumliche Auffinden von Personen und deren Devices inklusive reichhaltiger beschreibender Zusatzinformationen aus unzähligen Quellen zu diesen Personen im Mittelpunkt des Ansatzes.

Schritt 3: Skalieren der Befragungsdaten in der DMP über look-alike-modeling

Nach der Identifizierung von Potenzial-Zielgruppen in der DMP , ist nun das Ziel, sie über ein look-alike-modeling zu skalieren. Aus z.B. 300 Befragten mit ähnlichem Mindset wird dann über ihre Datenzwillinge in der großen Datenbank eine adressierbare Mediazielgruppe. Hinter einer 5% großen Potenzial-Zielgruppe können dann 2,5 Millionen Menschen bzw. deren digitale Devices stehen, die alle ähnlich ticken und für die die gesamte Suite an DMP-Informationen vorliegt. Das look-alike-modeling selbst übernehmen unsere DMP-Partner. Als Ergebnis liefern sie die Effektverbesserungen (gain/ lift) bei Ansprache der jeweiligen Potenzial-Zielgruppe, anhand derer abzulesen ist, um wie viel Prozent die Effektivität in der Zielgruppenaktivierung durch das Mindset Targeting optimiert werden kann.

Schritt 4: Aktivieren der identifizierten Potenzial-Zielgruppen

Last but not least können die skalierten DMP-Daten zu den Potenzial-Zielgruppen für die Mediaaktivierung genutzt werden. Die Ansätze von GroupM und Acxiom unterscheiden sich hier ebenfalls. Während die GroupM vor allem daran interessiert ist, die Mediaaktivierung selbst über ihre Mediaagenturen zu steuern, bietet Acxiom ein Datenzukauf-Modell an, das jedem Media-Akteur die Möglichkeit gibt, die wichtigen Potenzial-Zielgruppen wirkungsvoller zu adressieren. Beim Acxiom-Modell ist man dabei übrigens nicht auf die digitale Ansprache beschränkt. Da die Datenbank der Offline-Welt entstammt, sind hiermit auch gezielte Zukäufe von Einzel-Adressen bzw. räumlichen Mikrozellen für Direktmarketing, Plakataktionen oder die vertriebliche Aussteuerung denkbar.

Von Segmentierung zu Mindset Targeting
Von Segmentierung zu Mindset Targeting

Die Vorteile des Mindset Targtings

Segmentierungen liefern nicht nur einen wichtigen Input für die Marketingstrategie, sie werden auch direkt umsetzbar für die Mediaplanung und die Kommunikationssteuerung.

Auch kleine Potenzial-Zielgruppen können medial ohne zu große Streuverluste effektiv und wirtschaftlich sinnvoll aktiviert werden.

Selbst leichte Verbesserungen des Targetings über den „mindset layer“ führen zu einem signifikant besseren ROI des Mediabudgets.

Wir bei Kantar Added Value sind Experten für Markenführung und haben uns als Ziel gesetzt, Kunden nicht nur strategisch zu unterstützen, sondern auch operativ Werkzeuge an die Hand zu geben, die helfen Zielgruppen Budgets optimal zu einzusetzen. Kontaktieren Sie uns und lassen Sie sich beraten.

brand!NEWS #8 – Holistic Brand Guidance

Relevante Steuerungsinformationen für die Markenkommunikation

Ganzheitlich denken, zeitgemäß handeln

In komplexen und sich schnell verändernden Märkten ist es wichtig, Marken zeitgemäß zu entwickeln. Dies verlangt nach Informationsgrundlagen, die ebenfalls mit der Zeit gehen müssen. Dazu gehören auch die bekannten und bewährten, aber nicht immer geliebten Marken- und Kommunikations-Trackings.

Trackings stehen zunehmend in der Kritik, weil sie oft nicht agil genug sind, effizienter werden müssen, aber gleichzeitig reichhaltiger bzw. umfassender und schicker, um ihre Anwender zu jeder Zeit bestens zu informieren, in den direkten Handlungsmodus zu führen und auf Dauer nicht zu langweilen. Zeit und Budgets sollen weniger in die Produktion von Daten, sondern in die Interpretation und in die konkreten Empfehlungen für die Kommunikationssteuerung fließen.

Kantar Added Value: Stille Vorreiter

Seit Jahren entwickeln wir bei Kantar Added Value deshalb unsere Systeme weiter, damit Trackings auch in Zukunft die unverzichtbare Basis vieler Markenführungsentscheidungen bleiben. Egal ob bei Auftraggebern aus der Finanzdienstleistungsbranche, dem Wurstmarkt, dem Handel oder Märkten für technische Produkte.

Seit Anfang der 2000er haben wir Touchpoint-Module in unsere Trackings integriert, um nicht nur Kommunikation, sondern die gesamten Markenerlebnisse abzubilden. Mittels cleverer Modelings berechnen wir, welche Markenerlebnisse die Wahrnehmung von und die Bindung an Marken voranbringen und wieviel sich an welchem Kontaktpunkt zu investieren lohnt.

Touchpoint-Modeling
Touchpoint-Modeling

Einfache, Excel-basierte Simulations-Tools für unterschiedliche Budget-Szenarien waren damals schon die Wegbereiter heutiger interaktiver Dashboards. Zahlreiche Dashboard-Varianten hielten spätestens ab 2010 Einzug in unsere Tracking-Projekte. Keines glich dem anderen, weil es Teil unserer Philosophie ist, individuell auf die Bedürfnisse unserer Kunden einzugehen.

Gut, vielleicht reden wir zu wenig darüber, wenn solche Entwicklungen funktioniert haben. Aber viele unserer Innovationen waren und sind Teil einer individuellen Projektlösung. Da redet man in der Breite nicht davon. Entscheidend ist für uns, dass unsere Kunden die Lösungen super finden, weil sie mit den Erkenntnissen die wir ihnen liefern wirklich fundiert handeln können.

Verfahren die wirken

Beim Einsatz dieser Module konnten wir immer wieder nachweisen, dass der totgesagte Werbeträger „Fernsehen“ noch vielfache Reichweiten- und Wirkungsvorteile hat, auch wenn sich die digitalen Maßnahmen vor dem Hintergrund geänderten Verbraucherverhaltens breit gemacht hatten. Wir konnten aber die spezifischen Medien-Hürden genau eingrenzen und zu einem optimierten Vorgehen in der Budget-Allokation beitragen.

Um digitale Kommunikation genauer zu verstehen, haben wir sogenannte Tagging-Verfahren in unsere Trackings bei verschiedenen Panelpartnern eingebaut, die einen Vergleich zwischen den Personen mit vs. ohne Werbe-Exposure anstellen konnten. Klare Erkenntnisse hinsichtlich Format-Vorzügen, benötigten Kontaktklassen sowie Bündel-Effekten mit anderen Medien inklusive.

Auch andere externe Datenströme werden inzwischen selbstverständlich hinzugezogen, wenn sich auch nicht jede Marke oder Kategorie dafür eignet oder sich ein Auftraggeber dafür noch nicht zwingend begeistern kann. Über Wurst, selbst über Veggie-Wurst, wird eben im Web weniger geschrieben als über neue Automodelle. Daher fehlt häufig die Datenmenge, um eine stichhaltige Ableitung über den Social-Effekt auf die Markenführung zu treffen. Die nötigen Zusatzinvestitionen für diese Daten sind dann nicht immer gerechtfertigt.

Die Suche nach dem höchsten „Handlungs-Impact“ steht inzwischen über allem. Man kann noch so viel forschen, wie man will. Der Nutzen scheint gering, wenn die Erkenntnis nicht sofort in eine Handlung münden kann. Und hier gibt es Licht am Ende des Tunnels. Nicht Big Data ist hier das Zauberwort, sondern Smart Data in Verbindung mit der richtigen Aktivierung – in der Regel für die digitale Ansprache. Wir sprechen dann auch von „Mindset Targeting“ bzw. „Enhanced Programmatic Advertising“. Hierzu finden Sie mehr im separaten Beitrag „Mindset Targeting“ dieses Newsletters. Was dort für Segmentierungen beschrieben ist, funktioniert auch im Rahmen des Marken-Trackings.

Modulares Instrumentarium zur ganzheitlichen Markenführung

Um den gewachsenen Marktanforderungen bei Trackings insgesamt noch besser zu begegnen, hat Kantar die separten Lösungsbausteine und Einzelentwicklungen in das ganzheitliche Markenführungssystem ‚Holistic Brand Guidance‘ zusammengeführt.

‚Holistic Brand Guidance‘ umfasst alle Entwicklungen, die wir oben beschrieben haben und die schon im Einsatz sind. Sie können im Baukastenprinzip aneinander geschraubt werden. Je nach Bedarf und persönlichen sowie unternehmenskulturellen Vorlieben. Jedes der einzelnen Module ist auf dem aktuellsten Stand der Entwicklung und leistet einen echten Mehrwert bei der Marken- und Kommunikationssteuerung.

Mit Digital Behavior Analytics (kurz: DBA) beispielsweise lassen sich Search & Social-Daten mit den Befragungsdaten vereinen und interpretieren, ein automatisiertes Modeling zeigt die jeweiligen Stellschrauben im Mediaplan auf.

Dashboard: Wirkungsdaten im Match mit externen Datenströmen (Search & Social)
Dashboard: Wirkungsdaten im Match mit externen Datenströmen (Search & Social)

Das Digital Exposure Tracking (kurz: DET) nimmt den Gedanken des Taggings von Online-Kommunikation auf und hat es weiter gedacht.

Cross Media-Analysen und ein schlankes Connect-Modul füttern die Modelings mit Touchpoint-Performance-Daten.

Und letztlich schafft die DMP-Activation den Bezug zur Mediabuchung mittels Zielgruppengenauen Digital-Kampagnen.

Ständig entstehen neue Ideen, die dann modular in das System integriert werden.

Im Sinne einer ganzheitlichen Markenführung gefällt uns das neue Instrumentarium. Seit Gründung 1993 verstehen wir uns als Partner für erfolgreiche Markenführung. D.h. die Denke hinter „Holistic Brand Guidance“ deckt sich mit unserer Gründungsphilosophie, als wir – damals noch unter dem Namen „Icon“ – das Bildhafte bzw. Ganzhafte in den Mittelpunkt unseres Handelns stellten. Wir gehen mit der Zeit, bleiben aber unserer Wurzel treu. Sie auch? Gehen Sie mit!

Jürgen Breitinger

brand!NEWS #8 – Distinctive Assets schaffen Markenwachstum

Einzigartigkeit schlägt Differenzierung

Das Marketing stößt nach und nach an Kapazitätsgrenzen. Die Zahl der Marken ist laut Kantar Media alleine seit 2008 um über 30% angestiegen. Die Zahl der Markenbotschaften, die auf uns hereinprasseln, vervielfacht sich entsprechend. Es wird in diesem Umfeld für Marken immer schwieriger, sich klar zu differenzieren. Und trotz der vielfältigen medialen Möglichkeiten wird es auch immer herausfordernder, Markenbekanntheit aufzubauen oder diese zu steigern.

Dabei ist Markenbekanntheit erst die Voraussetzung, um erfolgreich am Markt zu agieren. Salience, die mentale Verfügbarkeit einer Marke im „moment of truth“, ist viel entscheidender. Denn nur wenn eine Marke in der Entscheidungssituation überhaupt präsent ist, kann ich sie bei der Auswahl berücksichtigen oder gezielt nach ihr suchen.

Umgekehrt heißt das, dass Marken die nicht gewählt werden, nicht unbedingt bewusst links liegen gelassen werden. Sie sind einfach nicht mental verfügbar und damit nicht relevant.

Welche Marke kommt Ihnen in den Sinn?

Hier ein kleines Quiz:

Denken Sie doch bitte mal an Möbelhändler. Welche Marke kommt Ihnen als erstes in den Sinn?

Und wie sieht es bei Luxusuhren aus? Welche Marke sehen Sie vor Ihrem inneren Auge?

Und last but not least Portionskaffee-Systeme – bewusst ein etwas sperriger Begriff. An welche Marke denken Sie?

Die Auflösung zu den Salience-Champions der drei genannten Kategorien finden Sie am Ende des Beitrags.

Wir haben vor einigen Jahren zu dem Thema Salience, operationalisiert als top-of-mind-Bekanntheit,   eine Validierung durchgeführt, in der wir über 500 Marken aus 10 verschiedenen Kategorien in mehr als 20 Ländern analysiert haben. Das Ergebnis ist eindeutig: Salience ist mit einem r2 von 0,65 der wichtigste kurzfristige Indikator des Markterfolgs (= Marktanteil heute).

Salience effect

Salience ist also extrem wichtig. Es stellt sich die Frage: Wie kann Salience aufgebaut werden?

Da gibt es natürlich zahlreiche Hebel, die in Bewegung gesetzt werden müssen. Überragende Produkt- und Serviceleistungen gehören dazu, eine sehr gute Distribution, und vieles mehr.

Distinctive Assets steigern die Salience

Ein ganz zentraler Hebel um Salience aufzubauen und zu steigern sind Distinctive Assets. Wir verstehen Distinctive Assets als visuelle, akustische oder olfaktorische Verknüpfungen, die Konsumenten zu bestimmten Marken im Kopf haben. Diese Verknüpfungen können spezifische Signale wie Slogans oder Logos sein, oder generelle Elemente wie Farben und Formen. Sie helfen Konsumenten im täglichen Leben bei der Identifizierung von Marken.

Diese Distinctiveness hilft Marken in allen Kategorien, sich von dem Wettbewerb abzuheben und aus der Masse der Angebote herauszuragen, egal an welchem Kontaktpunkt und in welchem Kommunikationsmedium sie eingesetzt werden.

Wenn Konsumenten eine Marke mit Distinctive Assets verknüpfen, steigert das sowohl die Präferenz als auch Attraktivität, Einzigartigkeit, emotionale Bindung und letztlich auch die Salience.

Sie sind damit ein Markenwert- und Markenerfolgs-Treiber. Deshalb ist Distinctiveness heute in vielen Kategorien noch wichtiger als pure inhaltliche Differenzierung.

Differenzierung vs Distinctiveness

Der Unterschied zwischen Differenzierung und Distinctiveness? Distinctiveness ist größer. Differenzierung, also die Andersartigkeit einer Marke, ist ein wichtiger Bestandteil von Distinctiveness. Aber um wirklich ‚distinct‘ zu sein, muss diese Andersartigkeit durch Einzigartigkeit, durch Relevanz und durch eine magnetische Anziehungskraft aufgeladen werden.

Die Salience-Champions aus unserem kleinen Quiz verfügen übrigens alle über Distinctive Assets, welche eben diese Kriterien erfüllen, und dabei allgemeine Stilelemente wie Farben oder Formen, aber auch spezifische Signale wie zum Beispiel berühmte Markenbotschafter umfassen.

Sie verfügen über Markensignale, die mit Bedeutung aufgeladen sind, und schaffen so komplexe und einzigartige Markenwelten.

Examples of distinctive elements

Das Problem der meisten Marken ist jedoch, dass sie keine oder nur sehr wenige Distinctive Assets haben, und kein aktives Signalmanagement betreiben. Denken Sie bitte mal an Reiseportale. Da gibt es ja unglaublich viele: opodo, weg.de, ab in den Urlaub, expedia, trivago, um die bekanntesten zu nennen. Alle sind mehr oder weniger austauschbar, keines sticht von seinem Auftritt heraus. Entsprechend gleichförmig und niedrig ist auch die Salience der Anbieter. ROLAND

Für die Kommunikationsmaßnahmen egal in welchem Medium und an welchem Kontaktpunkt bedeutet das: Der Rückenwind fehlt. Die Effektivität wird von der Marke und ihrer Signatur nur schwach unterstützt, u.a. auch weil sie nicht über allgemeine Stilelemente hinausgehen. Der ROI-Effekt ist deshalb schwach.

Beispiel rote Mühle

Ganz anders ist die Situation bei der Rügenwalder Mühle. Auch wegen ihres Distinctive Assets, der roten Mühle, hat es die Marke geschafft, innerhalb weniger Jahre die absolute #1 Position in den Köpfen der Menschen als vegetarische Lebensmittelmarke zu erobern.

Die rote Mühle ist sehr präsent auf den Verpackungen und damit auch im Regal. Sie wird in allen Kommunikationsmaßnahmen stark integriert und wird seit Jahren direkt mit den Rügenwalder-Mitarbeitern in Beziehung gebracht und positiv aufgeladen. Die rote Mühle ist ein crossmedialer Effizienzgarant und ein effektiver Salience-Verstärker.

Dieser Distinctiveness haben Veggie-Wettbewerber wie Garden Gorumet (immerhin von Nestlé Branding Experten designt) und Like Meat nicht viel entgegen zu setzen.

Brand Ownership

Wir haben ein Tool entwickelt, mit dem wir Ihnen helfen zu verstehen, welche Signale Ihrer Marke bei den Konsumenten top-of-mind sind, welche Signale einzigartig von Ihrer Marke besetzt sind und wie diese Signale die Wahrnehmung ihrer Marke verändern.

Mit diesem Verständnis ermöglichen wir ein aktives Signal-Management und unterstützen Sie dabei, die Markensignatur zu optimieren. Denn Distinctive Assets schaffen Markenwachstum.

Sprechen Sie uns an.

Thorsten Esch, Dr. Michael Lenzen

Auflösung:

Möbelhändler: IKEA
Luxusuhren: ROLEX
Portionskaffee-System: NESPRESSO

brand!NEWS #7 – Menschen mit Premium-Mehrwert belohnen

Marken stehen zunehmend unter Druck. Bei Lebensmitteln bevorzugt mittlerweile die Hälfte der Deutschen Handelsmarken.

Handelsmarkenpräferenz und hohe Qualitätsansprüche gehen für jeden Vierten zusammen. Premium-Handelsmarken sind überall in Europa auf dem Vormarsch. 57% der im Jahr 2017 weltweit neu eingeführten Premium-Handelsmarken kamen laut Mintel in Europa auf den Markt. Die Innovationsgeschwindigkeit der Händler wird sich weiter erhöhen, weil Premium-Handelsmarken für viele Einzelhändler ein wichtiger Hebel sind, um sich in der wettbewerbsintensiven Handelslandschaft zu differenzieren. Amazon & Co. weiten das Handelsmarkenterritorium zudem weit über die Grenzen von Lebensmittel und FMCG aus.

Premium- vs Herstellermarke

Markenhersteller müssen ihre Kunden verstärkt mit Mehrwert begeistern, um Premiumpreise zu rechtfertigen. Eine Premiumstrategie sollte dabei für viele Marken relevant sein, denn Premium heißt Menschen mit besonderen Leistungen und Erlebnissen zu belohnen. Wir haben uns deshalb intensiv mit dem Thema Premium befasst.

Treiber des Wandels: Was Premiumstrategie heute bedeutet und wie sich Premium in Zukunft verändern wird

Premium der Zukunft wird von verschiedenen gesellschaftlichen, technologischen und ökonomischen Makro-Trends beeinflusst.

Die sozialen Medien bringen Millionen Menschen Premiumservices und –produkte nahe, die vorher nie damit in Kontakt gekommen sind. Damit hält die Premiumstrategie immer mehr Einzug in den Mainstream.

Personalisierte Daten werden zu einer neuen Währung. Wenn Menschen ihre wertvollen Daten preisgeben, erwarten sie dafür im Gegenzug personalisierte Premium-Angebote.

Die schrumpfende Mittelschicht in westlichen Gesellschaften sorgt dafür, dass sich weniger Menschen Premium leisten können. Dies hat zur Folge, dass Premium in Zukunft für viele Menschen funktionaler und werthaltiger sein muss.

Mit der wachsenden gesellschaftlichen Bedeutung der Generation Y (Millennials) verliert das traditionelle Premium, das stark von der Generation der Babyboomers geprägt wurde, an Gewicht. Digitale Lösungen und besondere Erlebnisse gewinnen hingegen an Bedeutung.

Diese Treiber stehen exemplarisch für die vielen Einflussfaktoren von Premium der Zukunft. Das klare Verständnis davon, in welche Richtung sich Premium entwickelt, hilft dabei, eine bessere Premiumstrategie zu planen.

Treiber kulturellen Wandels

Premium-Grundpfeiler: Die Basis für relevante Premium-Lösungen

Ein traditioneller Luxus-Lifestyle ist für die meisten Menschen nicht erstrebenswert. Die Premiumstrategie hingegen ist hochrelevant. 55% der US-Amerikaner geben an, Premium-Produkte oder –Services kaufen bzw. nutzen zu wollen. Wonach sich die Menschen dabei besonders sehnen ist Werthaltigkeit, außergewöhnliche Erlebnisse und Selbstverwirklichung.

Diese drei Premium-Grundpfeiler gelten für alle Marken egal in welcher Kategorie, die ihre Produkte und Services mit Premiumelementen anreichern und damit erfolgreicher werden wollen.

Bei Werthaltigkeit geht es um überlegene Produktleistung, bessere Services, Langlebigkeit, funktionale Vorteile, die einen Premiumpreis rechtfertigen.

Außergewöhnliche Erlebnisse sind vor allem ein Thema für die Generation Y, denen das Einkaufserlebnis genauso wichtig ist, wie das Produkt oder die Dienstleistung selbst. Besondere Einkaufserlebnisse können durchschnittliche Produkte und Services auf Premium-Niveau heben. Der Nike-Store in Manhattan ist dafür ein sehr gutes Beispiel mit seiner „Basketball Trial Zone“.

Nike Trial ZoneSelbstverwirklichung zielt darauf, mit Produkten und Services Überzeugungen zu vermitteln, die für Premiumkonsumenten wichtig sind und die ihnen dabei helfen, sich selbst weiterzuentwickeln und zu verbessern (auch im ethischen Sinn als „besserer Mensch“). Produkte und Services die Sinn stiften und Haltung zeigen sind Premium.

Hinter diesen drei Premium-Grundpfeilern stecken zahlreiche Cases, weitere Chancenfelder für die Gestaltung einer Premiumstrategie und Ansatzpunkte für eine nutzenbringende Markenaufwertung mit zukunftsweisendem Premium. Premium hat definitiv Zukunft. Und Marken die Premium-Mehrwerte bieten auch.

Kantar Added Value ist die Marketingberatung von Kantar in Deutschland und Experte für strategische Markenführung. Unser Antrieb ist es, Marken in die Zukunft zu führen. Sie wollen mehr über uns und das Thema Markenführung und Markenstrategien erfahren? Schauen Sie hier:
https://kantaraddedvalue.de/markenfuehrung-und-markenstrategie/

brand!NEWS #7 – Wer Wachstum will, muss umdenken

Kantar Worldpanel hat herausgefunden, dass von 2013 bis 2015 globale FMCG Marken 2 Punkte ihres aggregierten Marktanteils an lokale und regionale Marken verloren haben – statt Wachstum für Marken also Ernüchterung. Die Boston Consulting Group beziffert die Umsatzverschiebung von großen auf kleine oder mittelgroße FMCG-Marken alleine in Nordamerika auf 22 Milliarden US-Dollar in den Jahren 2011 bis 2016. In Europa verhält es sich laut BCG ähnlich. Das ist eine tiefgreifende Umwälzung. Im Handel vollzieht sich eine vergleichbare Verschiebung. Während bis zum Jahr 2010 vor allem die Handelsgiganten wie Walmart & Co. zu den am schnellsten wachsenden und profitabelsten Unternehmen gehörten, sind in den letzten Jahren kleinere, spezialisierte und natürlich auch digitale Kanäle erfolgreicher. Die Folge ist, dass die Handelsmultis ihren Zulieferern bzw. Marken-Partnern gegenüber immer fordernder auftreten und die Gewinnmargen schrumpfen.

Die Nachfrage wird filigraner und damit zunehmend unbequemer

Nachfrage verschiebt sich aus der Mitte der Massenmärkte in die Randbereiche, in mehr und kleinere Nischen. Das bedeutet auch, dass Marken vor allem über die Ausweitung der Käuferreichweite Wachstum generieren und nicht primär über eine Intensivierung der Loyalität bestehender Käufer. Erkenntnisse von u.a. Kantar Worldpanel bestätigen dies.

In der Automobilbranche sehen wir seit Jahren, wie die Nachfrage sich aus der einstigen Mitte des Marktes, den Stufenheck-, Schräghecklimousinen und Kombis, wegbewegt. Gerade die deutschen Premiumhersteller profitieren von diesem „Demand Shift“.

Entwicklung des Audi Produktportfolios

Auch bei den großen Monomarken weicht die Ein-Produkt-Strategie auf. Selbst Ferrero bietet bei seiner Markenikone Mon Chéri mittlerweile mit „Sweet Cherry“ eine weitere Geschmacksvariante an. Das wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen. Und duplo gibt es auch als duplo White und duplo Milchcreme. Auch Ferrero kann sich der filigraneren Nachfrage nicht entziehen.

Wachstum für Marken etablierter Anbieter ist schwierig umzusetzen

Die Veränderung der Nachfrage führt auch dazu, dass die Wachstumschancen an den Randbereichen der Märkte zunehmend unbequemer und diffiziler zu heben werden.Wie Nachfrageveränderungen neue Chancen für Wachstum generiert

Es sind „uncomfortable places“, weil sich Unternehmen in diesen Marktbereichen noch nicht richtig auskennen. Oft fehlen Kompetenzen, die richtigen Mitarbeiter, Prozesse, Technologien und Marktzugänge. Mit den bisherigen Erfolgsrezepten können Marken dort nicht so einfach punkten. Sie müssen ihr Leistungsangebot oft grundlegend weiterentwickeln und zudem auch deutlich mehr sowie spezifischere Produkte & Services anbieten als in der alten Massenmarkt-Welt. Das stellt Hersteller vor beträchtliche Herausforderungen, sowohl hinsichtlich Organisation, Prozesse und Innovationsgeschwindigkeit als auch Ertragskraft.

Ein sehr gutes Beispiel für einen unbequemen Nachfrageraum ist Veggie-Wurst. Der Wurstmarkt ist zwar immer noch riesig, aber er schrumpft seit einigen Jahren leicht. Die Nachfrage bewegt sich nach und nach in andere Lebensmittelkategorien. Unter anderem weil viele Menschen mit der Massentierhaltung nicht mehr einverstanden sind. Und das obwohl sie Wurstgeschmack nach wie vor mögen. Veggie-Wurst ist für diese Menschen deshalb ein sehr guter Problemlöser. Für agile, mutige und konsequente Marken wie für unseren Kunden Rügenwalder Mühle ist Veggie zwar ein „uncomfortable place“, aber in Summe der vielen Produktmöglichkeiten eine große Chance für Wachstum und Bringer von Mehrwert.

Stärkere Fragmentierung bringt mehr Wachstumschancen

Wachstum für Marken kommt aus den Randbereichen der Märkte und deren Nischen und nicht mehr aus der Mitte. Die Marktfragmentierung wird sich weiter fortsetzen. Hatten wir es früher mit wenigen Marktsegmenten mit Millionen von Menschen zu tun, so müssen wir uns aktuell und in Zukunft mit einer zunehmenden Zahl an Segmenten mit immer weniger Menschen auseinandersetzen. Bis hin zur Personalisierung als extremen Endpunkt. Deshalb sind die Wachstumschancen in Märkten heute meist deutlich kleiner als früher.

Die große Herausforderung liegt darin, die vielen, kleinen Wachstumschancen zu erkennen und wirtschaftlich sinnvoll zu nutzen. Dazu möchten wir drei Impulse geben.

Märkte umfassend und nicht zu eng analysieren

Es gibt viele Gründe für Nachfrageverschiebungen. Entsprechend umfassend sollte der Markt und seine Veränderung analysiert werden. Künstliche Trennungen in Datensilos wie bspw. zwischen Shopper und Consumer Data sind nicht hilfreich. Menschen müssen als Ganzes verstanden werden. Vor allem auch ihre Bedürfnisse, ihre Wünsche und Erwartungen, denn daraus entwickeln sich Chancen. Nur mit Hilfe smarter Business Intelligence, qualitativer Insights und Trendanalysen können die interessanten  Randbereiche des Marktes, dort wo das Mehrwert-Potenzial liegt, eingegrenzt werden. Zudem dürfen Märkte nicht zu eng gefasst werden, weil gerade in den Randzonen zu angrenzenden Märkten Wachstum für Marken zu finden ist. Wenn man sich z.B. anschaut, welche Produkte zuletzt bei Bier zugelegt haben, dann hätte man die mit einer Segmentierung des Biermarktes im engeren Sinne nie gefunden. Dazu mussten Alcopops, alkoholfreie Erfrischungsgetränke, Energy Drinks, etc., mit einbezogen werden.

Nachfrage filigran segmentieren, um Wachstumsplattformen zu identifizieren

Marktsegmentierungsmodelle der Vergangenheit mit fünf bis sechs Konsumenten-Clustern spiegeln die Marktrealitäten nicht mehr wider. Sie sind schlichtweg viel zu grobkörnig.

Unsere Demand Space-Segmentierung bietet hier eine überlegene Lösung, weil sie Nachfrageräume filigran aus den spezifischen Verwendungssituationen heraus entwickelt und damit viel besser die Randbereiche des jeweiligen Marktes abdeckt, in denen die Wachstumschancen schlummern. Weil die einzelnen Demand Spaces mit Marktdaten (Absatz, Umsatz) validiert werden und deren zukünftige Entwicklung prognostiziert werden kann, liefert die Demand Space-Segmentierung die bessere Basis, um auch das Potenzial kleinerer Wachstumsfelder genau zu bewerten.

Produkt- und Serviceangebote mutig aber nachvollziehbar ausweiten

Kleinere Wachstumschancen wirken auf viele Marken abschreckend, weil sie darin keine Gewinnmöglichkeiten sehen. Es wird befürchtet, dass die Umsatzsteigerungen von den Kosten der gestiegenen Komplexität völlig aufgefressen werden. Ganz auf sie zu verzichten ist jedoch fatal, weil es immer Anbieter geben wird, die diese Chancen nutzen, damit wachsen und so den anderen zumindest einen Mehrwert-Schritt voraus sind. Das erfordert von Marken eine stärkere trial & error Mentalität und mehr Agilität in den gesamten Prozessen, um ihre Angebote schneller und umfassender zu erweitern. Damit das erweiterte Angebot die Kunden nicht überfordert sondern genau die Menschen erreicht, für die es gemacht wurde, gilt es die Markenarchitektur sauber zu definieren. Je intuitiver und plakativer, desto besser.

Kantar Added Value ist die Marketingberatung von Kantar in Deutschland und Experte für strategische Markenführung. Unser Antrieb ist es, Marken in die Zukunft zu führen. Mehr zu den Themen Marktstrategien & Segmentierung und wie wir unsere Kunden dabei beraten finden Sie hier:
https://kantaraddedvalue.de/marktsegmentierung/

brand!NEWS #7 – Wussten Sie schon?

Handelsmarken sind auf dem Vormarsch und das nicht nur in Deutschland.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit einem Handelsmarkenanteil von 46% im LEH auf Rang 3, gemeinsam mit Großbritannien. Nur in Spanien (52%) und der Schweiz (50%) sind Handelsmarken noch dominanter.

Europäisches Schlusslicht ist übrigens Italien. Hier kommen die Handelsmarken nur auf 21%. Ob das so bleibt? Wir sind gespannt…

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/163722/umfrage/marktanteile-von-handelsmarken-in-ausgewaehlten-laendern-der-welt/

Brand Purpose macht Marken wertvoller.

Eine über 12 Jahre angelegte BrandZ*-Analyse hat nachgewiesen, dass Marken, die einen positiven Einfluss auf das Leben der Menschen haben, also Marken mit Purpose, ihren Wert um das 2,5-Fache gesteigert haben im Vergleich zu solchen Marken, die nur einen geringen positiven Einfluss ausüben.

175% Markenwertsteigerung bei den Purpose-Brands vs. 70% bei den „herkömmlichen“ Marken. Das ist richtig Beeindruckend!

BrandZ ist die globale Markenanalyse von WPP und hat übrigens die weltweit größte Markenwert-Datenbank.

Mein Haus, mein Auto, mein Pferd, meine Persönlichkeit…?

Besitztümer als Ausdrucksmittel der eigenen Persönlichkeit und als Statussymbole verlieren an Wert. Faktisch ist es in den USA bereits heute in der wohlhabenden Zielgruppe so, dass außergewöhnliche Erlebnisse als die besseren Personality Marker gesehen werden.

Das Ergebnis: 69% Erlebnis vs. Besitztümer 42%. Das ist überraschend klar!

Ich bin also eher was ich tue & erlebe und nicht das was ich besitze.

Quelle: Kantar Futures 2016 (US Yankelovich MONITOR) bei wohlhabenden Konsumenten

brand!NEWS #6 – Augmented Reality: Die wichtigsten Strategien

Drei Strategien, um mit Augmented Reality Mehrwert zu schaffen

Kantar Added Value Brand News!Pokémon Go war international der Icebreaker. Mit dem Durchbruch dieses Augmented Reality Games wurde eine unumkehrbare Bewegung in Gang gesetzt. Augmented Reality (AR) nimmt immer weiter Fahrt auf. Marken sollten diese Entwicklung nutzen. Zukünftig können Produkte, Services und Informationen in die reale Welt projiziert werden. Sie erscheinen dort als körperloses Abbild ihrer selbst, als zusätzliche Information oder als Einladung zur Interaktion. Marken können AR dabei nutzen, um Mehrwert-Erlebnisse zu schaffen, die für die Menschen relevant sind. Wir haben drei Normstrategien für den Umgang mit Augmented Reality identifiziert. In der Regel wird keine der Strategien allein eingesetzt. Viele AR-Konzepte nutzen mehrere Strategien gleichzeitig. Hier ist eine knappe Beschreibung der drei Normstrategien.

AI liefert Hintergrundinformationen ganz nebenbei:

Das sogenannte Augmented Information (AI) macht Informationen kontextuell zugängig. Das kann sowohl auditiv als auch visuell geschehen. Ein Beispiel für die Anwendung von Auditive Augmented Information in Reinform liefern beispielsweise die Buds Kopfhörer von Google Pixel, die 50 Sprachen „live“ übersetzen. Eine weitere Anwendung findet sich z.B. im British Museum in London. Neben virtuellen Exponaten blendet das British Museum häufig ausführliche Hintergrundinformationen zu Exponaten ein. Bei AI-Ansätzen geht es somit darum, Mehrwertinformation leicht verdaulich im relevanten Kontext verfügbar zu machen. Der Informationsfluss geht dabei in Richtung des Nutzers. Der Nutzer ist passiv und erhält die Informationen dabei im Idealfall ohne sein Zutun automatisch im richtigen Moment zugespielt. Augmented Information Ansätze sind umso erfolgreicher, je besser sie den erlebten Kontext mit relevanten Information anreichern.

APS liefert multisensorische Produkterlebnisse

Augmented Products & Services sind die günstige Abkürzung zum Produkt- & Serviceerlebnis. Nike macht vor wie es geht. Nike ermöglicht es mit einer AR Funktion, personalisierte Schuhe zu projizieren. Das Produkt wird damit intensiver erlebt. Der potentielle Kunde muss nicht mehr überlegen „gefällt mir das jetzt wirklich?“. Farbe, Größe und sogar Form und Musterung des Schuhes können somit perfekt mit dem eigene Style abgeglichen werden. Ein nicht zu unterschätzender Mehrwert. Der Nutzer bekommt mehr als eine rein abstrakte Vorstellung der Markenleistung. Er sieht die Markenleistung dabei vor sich, als wäre sie schon erbracht. Das schafft Sicherheit und stärkt das emotionale Commitment gegenüber der Marke. In dieser Strategie geht es darum, Produkt und Service so realistisch wie möglich abzubilden, die konkrete Markenleistung schon vor dem Kaufabschluss, wenn möglich multisensorisch, erlebbar zu machen.

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Mit Augmented Interaction können menschliche Beziehung nachgestellt werden

Augmented Interaction simuliert soziale Interaktion. Das AR Spiel Pokémon Go ist ein Beispiel, das sich auch in Deutschland durchsetzen konnte. In Südkorea und Japan erfreuen sich mittlerweile künstliche, beste Freunde oder Geliebte größter Beliebtheit. In Verbindung mit einer künstlichen Intelligenz (AI) simulieren sie dabei menschliche Zuwendung. Sie interagieren, stellen Fragen und überraschen mit immer neuen Features. Durch AR Technologien können sie sich nun auch im selben Raum aufhalten wie ihr Nutzer. Der Gatebox Home Assistent „Waifu“ ist das prominenteste Beispiel hierfür. Sie stellen sich am besten Siri oder Alexa mit einem AR Körper vor. Anderes als bei Chatbots bekommt die künstliche Intelligenz einen Körper mit unverwechselbarer Körpersprache und signature Gesten, ein Gesicht mit einer unverwechselbaren Mimik bis hin zu einem Outfit, das sich konfigurieren lässt.

Aber es geht noch weiter. Wie Siri, Cortana oder Alexa kann auch Waifu mit anderen Devices verlinkt werden. So wird sie zum ultimativen humanoiden AR Helferlein mit künstlicher Intelligenz. Künstliche Intelligenz entrückt mittels AR aus der Cloud und wird (virtueller) Teil unserer Welt. Dass dadurch Nutzungsbarrieren abgebaut werden ist klar. Und klar ist auch: zukünftig werden viele Marken humanoide, intelligente AR Assistenten mi AI anbieten.

Fakt ist, dass die gegenwärtigen Technologien noch Kinderkrankheiten aufweisen z.B. ruckelnde Grafik, grafische Ungenauigkeiten oder AR „Gegenstände“ die reale Gegenstände überlagern. Genauso Fakt ist aber: Die Kinderkrankheiten werden vergehen. Spätestens dann wird sicherlich vieles was im Moment real ist, durch AR ersetzt werden.

 

Kantar Added Value ist die Marketingberatung von Kantar in Deutschland und Experte für strategische Markenführung. Unser Antrieb ist es, Marken in die Zukunft zu führen. Mehr darüber, wie die Digitalisierung multisensorische Erlebnisse möglich macht, lesen Sie hier:
https://kantaraddedvalue.de/brandnews-6-digitales-marketing-2-0-multisensorische-erlebnisse/

brand!NEWS #6 – Perfect Category: Die Virtual Reality-Lösung von Kantar Consulting

Weltpremiere von Perfect Category.

https://kantaraddedvalue.de/news/Perfect Category ist die Virtual Reality-Lösung von Kantar Consulting, um neue Produkte und Store-Designs zu entwickeln und deren Erfolgspotenzial zu testen

Unsere Partner des Retail, Sales & Shopper Bereichs von Kantar Consulting bringen mit Perfect Category eine neue Virtual Reality Technologie-Lösung an den Start. Perfect Category ermöglicht es Markenartiklern und Händlern, die physische Einzelhandelsumgebung über Displays, Zweitplatzierungen bis hin zu Regalen, den jeweiligen Facings und einzelnen Verpackungen, virtuell neu zu gestalten und gleichzeitig den Umsatzeffekt der getroffenen Veränderungen zu prognostizieren.

Perfect Category integriert verschiedene Datenströme, mit denen die Anwender die Effekte ihrer Szenarien wie bspw. die Umsetzung einer neuen Kampagne In-Store über Displays oder neuen Verpackungsdesigns real-time zu testen und verbindet dazu zwei bestehende Angebote:

Retail Virtual Reality

Eine Design-Umgebung, die unter anderem von Unternehmen wie L’Oreal, Unilever und Philips Lighting genutzt wird, mit der Handelsdesigns und Updates effizient entwickelt und bei den Einzelhandelspartnern ausgerollt werden können.

RichMix

Ein Sortiment-Optimierungstool, das von vielen top FMCG-Unternehmen genutzt wird. Es verbindet Umsatzdaten von Einzelhändlern und Markenartiklern mit tatsächlichem Konsumentenverhalten. Auf dieser Datenbasis werden, unter Verwendung von künstlicher Intelligenz, hochgenaue Algorithmen entwickelt, um die betriebswirtschaftlichen Effekte aus der Veränderung von der Anzahl der Produkte sowie der Marken, die auf einem Regal platziert sind, zu prognostizieren.

Virtuell testen und konsistent umsetzen

Mit der neuen Virtual Reality-Lösung können Markenartikler und Händler jetzt gemeinsam Handelsumgebungen designen, die Shopper-Erlebnisse verbessern, damit Wachstumsimpulse für die Kategorie setzen, die Profitabilität steigern und die Marktanteile einzelner Marken erhöhen.

Die in dem System bewerteten und freigegebenen Designs werden automatisch bei dem jeweiligen Handelsunternehmen mit detailliertem visuellem Material verteilt, damit das neue Shopper-Erlebnis national wie international konsistent umgesetzt werden kann.

Jeremy Cohen, CEO des europäischen Retail, Sales und Shopper Bereichs von Kantar Consulting, sagt dazu: „Der Einzelhandel ist ein sehr kompetitives Umfeld, das sich mit neuen Märkten, neue Anbietern und Technologien immerzu verändert. Markenartikler wie Händler suchen ständig nach kreativen Ideen, die einen Erlebnis-Mehrwert liefern und die Kategorie-Wachstum ermöglichen und die Shopper-Loyalität erhöhen. Perfect Category verbessert die Zusammenarbeit zwischen Marken und Händlern, in dem es kreative Kategorie-Angebote liefert, die Shopper begeistern und damit bessere Umsätze versprechen.“

Schauen Sie sich hier die Perfect Category Demo an. Der virtuelle Rundgang lohnt sich!

Das Basistool Retail Virtual Reality lässt sich übrigens auf alle In-Store-Erlebnisse übertragen, seien Automobil-Showrooms, Bankfilialen, natürlich Lebensmitteleinzelhandel oder oder oder.

Neugierig geworden? Dann schreiben Sie uns. Wir helfen Ihnen weiter.
https://kantaraddedvalue.de/kontakt/